Berliner testament Muster stiefkinder

Das Berliner Testament kann mithilfe eines Notars aufgesetzt werden. Dazu können beide Partner einen Notar Ihres Vertrauens aufsuchen, ein sog. öffentliches Testament aufnehmen lassen und es vom Notar verwahren lassen. Allerdings ist dieses Vorgehen mit Kosten verbunden, die sich nach dem Wert des Nachlasses richten. Außerdem besteht keine Pflicht dazu ein gemeinsames Testament notariell errichten zu lassen. Genau wie das Einzeltestament kann auch das Berliner Testament einfach per Hand verfasst und von beiden Partnern mit Orts- und Zeitangabe unterschrieben werden, idealerweise auf jeder Seite des Testaments. Das Berliner Testament ist eine Sonderform des gemeinschaftlichen oder Ehegattentestaments, das in erster Linie von Verheirateten mit Kindern genutzt wird. Beim Berliner Testament setzen sich beide Eheleute gegenseitig als Alleinerben, bzw. Vollerben mit dem Ziel ein, den gemeinsamen Nachlass erst dann den gemeinsamen Kindern zu vererben, wenn auch der letzte der beiden Partner verstirbt – die Kinder werden dann zu Schlusserben. Um dies zu verhindern und den geliebten Ehegatten auch nach dem eigenen Tod in finanzieller Absicherung zu wissen, entscheiden sich Eheleute nicht selten für die Errichtung eines Ehegattentestaments. Um ein Ehegattentestament aufzusetzen, muss man verheiratet oder durch eine eingetragene Lebenspartnerschaft verbunden sein – unverheiratete Paare können kein Berliner Testament aufsetzen.

Um den Lebenspartner im Todesfall trotzdem zu begünstigen, können Sie entweder je ein Einzeltestament mit einer entsprechenden Verfügung errichten oder Sie können einen notariellen Erbvertrag aufsetzen. Ein eigenhändiges oder privates Ehegattentestament muss komplett handschriftlich verfasst sein. Als gemeinschaftliches Testament kann es entweder von einem der Partner allein geschrieben werden oder auch von beiden Ehegatten, zum Beispiel wenn jeder die Regelungen in Bezug auf seinen eigenen Nachlass selbst aufschreibt. Eine Form des Ehegattentestamentes wird auch als „Berliner Testament“ bezeichnet. Mit einem Testament dieser Art setzen sich die Eheleute für den ersten Erbfall zunächst gegenseitig und für den zweiten Erbfall die gemeinsamen Kinder als Erben ein. Soll der länger lebende Ehegatte frei über den Nachlass verfügen können, wird er als „Vollerbe“ und die Kinder als „Schlusserben“ bestimmt. Entscheiden sich die Ehepartner jedoch für eine Verfügungsbeschränkung über den Nachlass, so dass die Witwe oder der Witwer nach dem ersten Todesfall nicht frei über die Erbschaft verfügen kann, spricht man von „Vorerben“ (Witwe oder Witwer) und „Nacherben“ (Kinder). Allerdings ist für sogenannte wechselbezügliche Verfügungen die Sondervorschrift des § 2271 BGB zu beachten. Grundsätzlich ist nicht jede Verfügung in einem Berliner Testament wechselbezüglich. Sofern allerdings die üblichen Formulierungsmuster verwandt werden, ist meist von einer sogenannten Wechselbezüglichkeit, also einer Bindung des überlebenden Ehegatten auszugehen. Spätestens nach dem Tod des erstversterbenden Ehegatten kann dann von der weiteren Regelung im Berliner Testament nicht mehr abgewichen werden. Die als Schlusserben eingesetzten Dritten sind sogenannte Vertragserben.

Diese Form der testamentarischen Wirksamkeit lässt sich aber auch umgehen, wenn explizit festgehalten ist, dass das Testament nicht gelten soll, wenn die Ehe geschieden wird. Im gleichen Zug ist ein Passus empfehlenswert, der den Nachlass bereits den Schlusserben zuspricht, wenn der hinterbliebene Ehegatte erneut heiratet und das Risiko besteht, dass ein neuer Partner den Erbanspruch der gemeinsamen Kinder aus der ersten Ehe durch seinen „erheirateten“ Erb- und Pflichtteilsanspruch reduziert. Die im Berliner Testament festgelegte Schlusserbfolge ist bindend. Laut einem Urteil des Oberlandesgericht Frankfurt vom 27.06.1994 (Az. 20 W 108/94) können gemeinsam getroffene Verfügungen in einem Ehegattentestament nach dem Tod des ersten Erblassers nicht durch den verbliebenen Partner angepasst werden.

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